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09.06.2014 4200 Meter über dem Niederhorn, Niesen

Auch heute sahs wieder nach einem guten Tag aus. Dieses Mal war der Niesen mein Ziel. Leider verzögerte sich meine Anreise etwas, die Schlange and der Talstation war doch ziemlich lang.

Trotzdem kam ich zeitig in die Luft, und machte mich gemütlich auf den Weg. Der Niesenkette entlang bis zum Albristhorn, dann zurück zum Niesen. Dort kizzelte ich alles raus an Höhe was irgendwie möglich war. Zwar wusste ich, dass man ab ca. 3100 Metern die Querung an das Niederhorn wagen konnte, doch wenn man die 13 km Luftlinie vor sich sieht, mit dem See dazwischen und kaum Landemöglichkeiten auf der gegenüberliegenden Seite, dann versteht man diese Reaktion wahrscheinlich.

Für mich jedenfall bedeutete diese Querung ein Traum den ich schon länger hegte.

Abflug auf etwa 3600 Metern, dann minutenlanges Gleiten. Herrliche Aussicht! Tatsächlich kam ich mit etwa 100 Metern Höhe über dem Niederhorn an und konnte gleich in einen kräftigen Schlauch eindrehen. So einfach hatte ich mir das nicht vorgestellt!

Dabei gings auch gleich auf 4200 Meter, die Brienzerrothornkette wie ein kleines Hügelchen unter mir, die Eigernordwand auf Augenhöhe.

Dannach gings entlang der Kette zum Brünnig. Auf einen Weiterflug in Richtung Engelberg verzichtete ich, die Wolken in der Gegend waren schwierig einzuschätzen. Für mich sah es zu sehr nach Abschattungen aus, eine Beobachtung die sich ziemlich schnell bestätigte.

So flog ich wieder in Richtung Interlaken. Auf 3700 Metern, kurz vor dem Brünig kommt mir ein Adler entgegen, etwas höher, aber deutlich zu erkennen. Der zweite Adler an diesem Wochenende :-).

In der Distanz sahen die Wolken immer bedrohlicher aus. Die beste Option schien der Flug in Richtung Emmental zu sein. So drehte ich kurz nach Brienz in Richtung Norden ab. Vorbei an der Schrattenfluh, weit unter mir ein paar Gleitschirme die von der Marbachegg gestartet waren. Über mir eine immer grösser werdende Wolke. Vor mit Langnau im Emmental, schön in der Sonne liegend. Ich beschleunige meinen Schirm und fliege unter dem letzten Stück Wolke in diese Richtung. Nach einiger Zeit fällt mir auf, dass der Rand der Wolke einfach nicht näher kommen will. Ein Blick auf den Boden bestätigt dies: Die Wolke schiebt über mir in die gleiche Richtung. Ich bin immer noch sehr hoch, im Westen scheint es an einzelnen Stellen bereits zu regnen.

Also nun auch noch Ohren rein, Beschleuniger durchgedrückt in Richtung sonnenbeschienenes Emmental. Zu allem Verdruss spüre ich jetzt auch erste Tropfen. Genau das fehlt mir noch. Schliesslich lande ich am Dorfeingang von Langnau i.E. Beim Packen des Schirms fallen einige Tropfen, in der Ferne erstes Grollen.

Das Gewitter schiebt sich immer schneller ins Mittelland raus, das zeigt wieder mal, dass man die Situation nie unterschätzen darf. Es geht manchmal doch sehr schnell.

Für mich ein Flug der Superlative: Seequerung über den Tunersee, auf 4200 Meter über dem Niederhorn, Brienzerrothornkette (nach gestern) zum zweitenmal abgeflogen, über 5 Stunden Flugspass. Was will man noch mehr :-)

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    Dauer 5:06
    Geflogene Distanz 113 km
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