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Nova Xray
weitere Berichte
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Allgemeines
Ich habe den X-Ray 26 während etwa 15 Stunden geflogen, erste Flüge im Engelberger
Tal, bei eher schwacher Thermik, zum Teil auch reine Gleitflüge, dann in verschiedenen
Fluggebieten in Südfrankreich mit Steigwerten bis zu 7 Metern und teils hackiger
Thermik.
Mit meinem Startgewicht von ca. 112-115 kg bin ich im oberen Gewichtsbereich des 26-ers,
was gemäss Herstellerangaben allerdings so sein sollte.
Start
Bei wenig Wind oder Windstille ist der X-Ray sehr einfach zu starten, auch Seitenwind
verträgt er wesentlich besser als ein Hochleister. Bei starkem Wind muss dem Schirm
entgegen gelaufen werden um ein Vorschiessen zu verhindern. Ich persönlich konnte eine
leichte Vorschiesstendenz feststellen, die allerdings sehr leicht kontrolliert werden
kann.
Bei starkem Wind ist der Schirm nur mit Mühe auf dem Boden zu halten, die Eintrittskante
muss ziemlich hoch angehoben werden um den nötigen Druck aufzubauen der ein
Anheben der Austrittskante verhindert. Damit wird dem Wind automatisch relativ viel
Fläche geboten, dies führte bei extremen Verhältnissen (Wind von 25 bis 30
km/Stunde) zu ziemlichen Kraftübungen. Mir fehlt aber hier auch noch etwas Training mit
diesem Schirm.
Landung
Sehr einfach, bei schnellen Richtungsänderungen in Bodennähe muss allerdings darauf
geachtet werden, dass der X-Ray etwas abtaucht und damit an Höhe verliert.
Flug
Stabiler Flügel, sehr wendig, reagiert schnell und präzise auf
Steuerimpulse.
Reagiert sofort auf die verschiedenen Bewegungen der Luftmasse und ist dadurch ziemlich
unruhig zu fliegen. Aktives Fliegen ist meiner Meinung nach ein Muss, weniger aus
Sicherheitsgründen als zur Erhöhung des Komfortes. Hier ist anzumerken, dass ich mit
offenen Kreuzverspannungen fliege und dadurch dem Flügel mehr Freiheit lasse.
Der Flügel wird grundsätzlich aus der Thermik gedrückt, das heisst er dreht ohne Zutun
vom Thermikkern weg. Ich betrachte dies als Vorteil, da die mir die Richtung zum
Steigzentrum markiert. Das Eindrehen in die Thermik ist dank der Wendigkeit des X-Ray kein
Problem.
Flaches Drehen mit dem X-Ray ist etwas schwieriger, gelingt aber indem man das Gewicht auf
die Kurveninnenseite legt und mit der inneren Steuerleine unterstützt und die äussere
Steuerleine verwendet um feine Korrekturen zu machen. Das flache Drehen ist sicherlich
einer der Punkte, an denen der X-Ray gegenüber den Hochleistern etwas verliert.
Mit meinem Gewicht erreichte der X-Ray eine Geschwindigkeit (unbeschleunigt,
ungebremst)
von ca. 37 - 39 km/Stunde, mit dem Speedsystem liegen relativ problemlos zusätzliche
10 km/Stunde drin. Das von mir gemessene minimale Sinken in ruhiger Luft liegt irgendwo
zwischen 1.1 und 1.2 m/Sekunde.
Ich konnte mit dem X-Ray in allen Situationen mit den aktuellen Hochleistern
mithalten,
bei längeren Talquerungen ist es etwas langsamer, hat aber ungefähr den gleichen
Gleitwinkel (Praxisvergleich, theoretisch müsste er etwas schlechter
abschneiden,
aufgrund der geringeren Geschwindigkeit).
Nimmt die Thermik nicht so schön mit, wie das zum Beispiel mein Xenon machte, ist
allerdings nicht ganz fair den X-Ray mit dem Xenon zu vergleichen ;-) .
Extremflugmanöver
Steilspirale : einfach einzuleiten, sehr effizient ich habe nach einer 360
Grad Umdrehung bereits deutlich mehr als 4 m/Sekunde sinken, allerdings mit entsprechenden
Kräften.
B-Stall : Sorry, habe ich noch nicht versucht.
Asymetrischer Klapper 50% : simuliert, kann problemlos gehalten
werden, öffnet sich schnell und selbständig. Ein 50% Klapper in der Thermik öffnete
sich so schnell, dass ich kaum Gelegenheit hatte zu reagieren. Allerdings hatte ich bis
jetzt nur einen Klapper dieses Umfanges und einige wenige kleinere, kann also keine
wertvolle Aussage zu diesem Thema machen.
Vrille : nein danke ;-) nicht getestet.
Fullstall - Sorry, nicht getestet !
Ohren anlegen : problemlos, kann durch einfache Gewichtsverlagerung
gesteuert werden. Wie erwartet nicht sehr effizient.
Fazit
Vergleiche ich die Leistung, den Flugspass und die zusätzliche passive Sicherheit im
Vergleich zu aktuellen Hochleistern, denke ich dass der X-Ray für mich eine gute Wahl
war. Allerdings denke ich, dass er nicht unbedingt für Wenigflieger oder Anfänger
geeignet ist, sondern sich hauptsächlich an Piloten richtet die bereits etwas Erfahrung
mit Intermediates (eventuell einige Jahre mit einem 1-2) haben oder so wie ich, vom
Hochleister zurückstufen wollen.
Nach
ca. 50 Stunden einige weitere Erfahrungen :
Einige Anmerkungen zu meinem ursprünglichen Bericht : Die Problem mit dem Rollen
konnte ich lösen indem ich den Brustgurt meines Gurtzeugs weiter öffnete. Damit wurde
der X-Ray stabiler und die flachen Drehungen sind einfacher.
Bei grösseren Klappern kommt meist nicht die Seite des Schirmes herunter, sondern die
Front rollt sich auf, ähnlich wie bei einem Frontstall, nur eben einseitig. Diese
Reaktion ist langsam und sehr einfach zu korrigieren, ein leichtes Gegensteuern und /oder
Anbremsen genügt. Ein Wegdrehen ist kaum vorhanden, und der Höhenverlust ist minim.
Gegenüber meinem Hochleister (Nova Xenon 28) verliere ich persönlich nur sehr wenig
oder gar keine Leistung. Dies desshalb, weil ich einerseits als 'normaler' Pilot einen
Hochleister vermutlich nicht voll ausnützen kann, da ich eine gewisse Sicherheitsreserve
einplane, und andererseits, weil ich keine Wettkämpfe fliege und die Geschwindigkeit
sekundär ist.
Und hier haben wir einen zweiten Testbericht bekommen, diesmal für den 24-er X-Ray :
...habe soeben die ersten Eindrücke von Daniel gelesen. Mit der Stabilität,
den Reaktionen und dem Feedback der Luftmasse war ich mit
Daniel gleicher Meinung.
Der X-Ray schien mir präzis genung, ohne den Eindruck zu vermitteln mit einem
"Seziermesser" (eher Sigma4 like) unterwegs zu sein. Dass der Flügel eher
unruhig zu fliegen sei, konnte ich nicht nachvoll-ziehen. Das Thermikfliegen fiel mir mit
dem X-Ray sehr leicht. Ich hatte nie den Eindruck, aus der Thermik herausgedrückt zu
werden. Die von Daniel beschriebenen Eigenschaften, würde ich eher dem Xyon zuordnen,
zumal ich ein Anstellen des Flügels beim Eintritt in die Themik nicht feststellen konnte.
Mir schien eher, dass der X-Ray flach in der Luft liegen bleibt, ohne in die Thermik zu
"ziehen", bzw. zu beschleunigen (auch eher Advance like).
Sogar zentriertes Rechtsdrehen gelang mir, mit entsprechend besseren Steigraten, teilweise
verblüffend einfach.
Dass der Flügel einen aktiven Flugstil voraussetzt scheint mir, in Anbetracht der
Zielklasse, die er anvisiert, als korrekte Einschätzung.
Erfüllt man(n)/frau diese Voraussetzung, konnte ich
Eindruck bestens nachvollziehen. Ich zitiere:
<Une aile docile et obéissante, stable et sûre tout en étant performante> und
vor allem <une aile qui se fait "oublier">!
(Nachzulesen im PARAPENTE Mag no.62, März-April 1999)
Bezüglich Manöver (ausser Fullstall und Vrille) kann ich das über-schaubare und eher
als gutmütige einzustufende Flugverhalten, eben-falls bestätigen.
Der X-Ray beweist, mit anderen Produkten seiner Klasse, dass sich für einen grossen Teil
der Piloten, dass Fliegen eines Hochleisters erübrigt.
Für mich war's, seit dem "Update" des Speedsystem, die richtige und konsequente
Wahl, in Richtung eines eher "ungetrübten" Flugspasses.
bless'ya lads and try to catch me in the sky!!! (wird
schwierig sein, schliesslich fliegt Luigi einen X-Ray ;-) Anmerkung dz
PS:
Uebrigens, ich flog während meiner Test- bzw. Evaluationsphase den Sigma4, den
X-Ray und den UP Blues und verglich die Eigenschaften untereinander. Mein Startgewicht
betrug 95kg+, sodass ich den 22er und den 24er geflogen bin.
Der 22er war entsprechend etwas dynamischer, schien mir aber nicht wesentlich
"unruhiger", sondern vermittelte mir das Gefühl, satter in der Luft zu liegen.
Die diversen Manöver blieben überschau- und kontrollierbar (exkl. Fullstall und
Vrille!).
Trotzdem entschied ich mich für den 24er, da ich zum Teil, je nach Ausrüstung, die 95kg
überschreite
Auf der Nova Webseite findet man
weitere Informationen zum Nova X-Ray.
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Der
vorliegende Test-Bericht basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und darf
keinesfalls als objektive oder gar normierte Beurteilung herangezogen werden. Andere
Piloten, oder Organisationen können andere oder sogar gegensätzliche Erfahrungen gemacht
haben. Aus diesem Grund gebe ich auch eine kurze Liste mit meinem persönlichen
fliegerischen Erfahrung an, um meine persönlichen Einschätzungen besser werten zu
können. Zudem nehme ich keine Rücksicht auf Verluste, ich bin nicht
abhängig vom Hersteller und versuche nicht diplomatisch zu sein ;-)
Fliegerische Vorkenntnisse :
ca. 2500 Fallschirmabsprünge,
ca. 9 Jahre Gleitschirm Erfahrung, davon 7 Jahre mit Hochleistern (3 Jahre Challenger C25
und 4 Jahre Nova Xenon 28, zudem Biplace (A) Pilot)
Pro Jahr zwischen 40 und 150 Stunden, Total ca. 600 Flüge in sehr vielen verschiedenen
Gebieten.
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