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SHV CCC - Tipps für Piloten

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Im folgenden Artikel werden einige wichtige Punkte aufgezeigt, die für die erfolgreiche Dokumentation von CCC Flügen beachtet werden müssen.

GPS Einstellungen

Aufzeichnungs Intervall
Die meisten GPS Geräte sind in der Lage einen Track (Spur) aufzuzeichnen, die Unterschiede liegen im Detail. Im Normalfall zeichnet das GPS nebst der Position, das Datum und die Uhrzeit auf. Neuere GPS halten auch die Höhe fest. Bei den meisten Geräten kann der Abstand zwischen den einzelnen aufgezeichneten Punkten eingestellt werden. Dies geschieht entweder in zeitlichen Abständen, nach einer gewissen zurückgelegten Distanz oder aber in einem automatischen Modus, der die aufgezeichneten Punkte so optimiert, dass der grundsätzliche Charakter der zurückglegten Strecke möglichst erhalten bleibt. Um CCC Flüge zu dokumentieren ist eigentlich nur das zeitliche Interval wirklich brauchbar. Durch die ständige Dreherei in der Thermik werden im automatischen Modus zu viele Punkte aufgezeichnet und die Aufzeichnungsdauer arg verkürzt. Ein wichtiger Punkt ist dabei die mögliche Speicherkapazität des Track Logs, dieser schwankt zwischen ca. 750 Punkten (Garmin 45) über 3000 (Garmin eTrex Vista) bis zu 7000 (MLR SP24 Free Flight). Um eine sinnvolle Aufzeichnung zu kriegen sollte das Intervall zwischen einer, und etwa 40 Sekunden liegen. Ideal wären etwa 5 Sekunden. Um eine Aufzeichnungszeit von 6 Stunden zu garantieren, müsste demnach auf einem GPS 45 von Garmin das Intervall auf 28 Sekunden gesetzt werden. Ein eTrex Vista bringt es beim gleichen Intervall immerhin auf über 23 Stunden, was auch schon mal für ein ganzes Wochenende reichen sollte.

Einige modernere GPS Geräte (Garmin eTrex, eMap etc.) bieten auch die Möglichkeit den aufgezeichneten Track in komprimierter Form auf dem GPS selbst zu speichern damit der Speicherplatz wieder für eine neue Aufzeichnung benutzt werden kann. Diese sogenannten gespeicherten Tracks belegen je nach Gerät so um die 150 bis 250 Punkte. Das Vista zum Beispiel kann nebst den eigentlichen Track nochmals 10 Tracks zu je 250 Punkten speichern. Die Reduzierung arbeitet erstaunlich gut, die Punkte werden so reduziert, dass kaum Informationen zum eigentlichen Flugweg verloren gehen. Die Sache hat allerdings einen grossen Haken: Die Datum und Zeitangaben gehen dabei verloren und machen die Aufzeichnung unbrauchbar für die Dokumentation eines CCC Streckenfluges.

Geodätisches Datum
Je nach dem verwendeten Koordinatensystem und nach verwendetem Kartenmaterial muss das geodätische Datum richtig eingestellt sein, sonst kann es zu Abweichungen von mehreren hundert Metern kommen. Da die Aufzeichnung im GPS normalerweise im weltweit gültigen WGS-84 Format geschieht und Backtrack das auch so erwartet gibt es hier kaum Probleme. Wird allerdings ein Logger (z.B. Der RUAG Log-it oder der Keskull Datalogger) verwendet kann das Differenzen geben. Einige GPS Geräte liefern den Datenlogger die Positionsdaten im eingestellten geodätischen Datum (z.B. CH-1903, das in der Schweiz eingesetzt wird) und werden auch so aufgezeichnet. Beim Herunterladen der Daten auf den PC erwartet Backtrack die Daten im WGS-84 Format und speichert so die Daten leicht verschoben. Beim Keskull Datalogger kann eine Einstellung das zwar korrigieren, allerdings nur wenn das Datum das bei der Aufzeichnung verwendet worden ist bekannt ist (Für den Log-It wird diese Einstellung in einer nächsten Version ebenfalls zur verfügung stehen). Dieses Problem ist für die CCC Dokumentation wenige wichtig, da der Track in sich eigentlich konsistent ist und sich die Positionsverschiebung nur beim Abgleich mit den Karten auswirkt.

Grundsätzlich gilt hier, falls mit einem Logger gearbeitet wird, WGS-84 eingeben. Sonst im Zusammenhang mit der Schweizer Karte oder mit Wegpunkten die Aufgrund der Schweizer Karte bestimmt wurden, sollte CH-1903 eingestellt werden. Falls die Punkte mit Backtrack im Schweizer Koordinatensystem erfasst und dann ans GPS gesandt wurden, kann auch zur Sicherheit das WGS-84 verwendet werden. Die Positionen der hochgeladenen Wegpunkte scheinen dann zwar falsch, stimmen aber in Bezug auf Karte, Gelände und die Trackaufzeichnung.

Download des Tracks

Wichtig hier ist, dass das richtige GPS eingestellt wurde, bei neueren Garmin Geräten spielt es weniger eine Rolle, da hier das verwendete Protokoll von Backtrack abgefragt werden kann.

Zudem muss im GPS Gerät selbst sichergestellt werden, dass das richtige übertragungsprotokoll aktiviert ist, bei einigen Modellen muss die serielle Schnittstelle zudem noch aktiviert werden. Die meisten Geräte bieten eine NMEA Schnittstelle zur übermittlung der aktuellen Position und weiterer Realtime Daten, sowie eine propritäre Schnittstelle für den Austausch gespeicherter Daten an. Die NMEA Schnittstelle ist für den Download des aufgezeichneten Tracks nicht geeignet. Bei Garmin Geräten muss die Schnittstelle auf GARMIN/GARMIN gesetzt werden. Bei den üblichen GPS Dataloggern ist dies weniger ein Problem, diese bieten normalerweise nur ein Schnittstellenformat an, es muss somit keine Einstellung am Gerät gemacht werden.

Bein Herunterladen des Tracks kann, je nach Einstellungen ein einzelner Track in mehrere Tracks aufgeteilt sein. Dies geschieht immern dann, wenn aus verschiedenen Gründen die Aufzeichnung unterbrochen wurde (GPS ausgeschaltet, Sateliten verloren etc.).

Solche Tracks können problemlos mit dem Befehl Tracks zusammenfügen wieder zusammengefügt werden. Schwieriger wird es wenn zwei verschiedene Tracks zusammengefügt wurden. Hier hilft nur eine Wiederholung des Download Prozesses mit den richtigen Einstellungen (siehe Optionen | Allgemeine Einstellungen).

Ein weiteres Problem ist der Umstand, das die meisten GPS Geräte zum Teil zu früh mit der Aufzeichnung des Tracks beginnen, das heisst es wird bereits aufgezeichnet, während die Position noch nicht sehr genau bestimmt ist. Dies resultiert in einem 'Sprung' am Trackanfang, der doch einige hundert Meter ausmachen kann. Erst nach einigen Punkten stimmt dann die aufgezeichnete Position mit der Realität überein. Solche Artifakte sind manchmal sehr deutlich sichtbar und können die Aufzeichnung verfälschen. Hier kann der Pilot im Eigenschaftsblatt des entsprechenden Tracks (im Reiter Trackpunkte) die ungenauen Punkte am Trackanfang löschen. Tipp: Vielfach weisen diese Punkte auch eine unrealistische Geschwindigkeit auf und sind so leicht zu erkennen.

Backtrack bietet zudem eine weitere Option an die stationäre Punkte am Trackanfang und Ende entfernt. Diese Punkte werden üblicherweise aufgezeichnet während man mit eingeschaltetem GPS auf den Start wartet resp. das GPS nicht sofort nach der Landung ausschaltet. Für den CCC ist das allerdings kein grosses Problem, lediglich die Start und Landezeit wird dadurch etwas verfälscht und hat damit Auswirkungen auf die Berechnung der Durchschnittgeschwindigkeit.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich in unserem Artikel Export von Tracks für den SHV-CCC.

Export des Tracks für den CCC

Dazu muss der Befehl Datei | Export ausgewählt werden. Es ist darauf zu achten, dass vorgängig in den Optionen die SHV Nummer erfasst wurde. Der Name der Datei wird von Backtrack vorgeschlagen, er sollte für die Übermittlung an den SHV nicht geändert werden. Im Dialog können nun noch zusätzliche Informationen zum Flug angegeben werden, wie Fluggerät, Startplatz, Bemerkungen, das verwendete GPS Gerät. Diese Angaben sind nicht unbedingt erforderlich doch helfen sie den Flug sauber zu dokumentieren. Wichtig hingegen ist der Parameter UTC Zeit. Hier muss angegeben werden ob der Track in Backtrack mit der lokal Zeit oder im UTC Format gespeichert wurde und welcher Zeitoffset für diesen Flug gilt. Damit kann die Auswertesoftware die korrekten Zeitangaben herauslesen. Das GPS speichert seine Zeitangaben grundsätzlich in UTC (also in Bezug auf die Schweiz im Sommer um 2, im Winter um 1 Stunde verschoben). Beim Herunterladen des Tracks nimmt Backtrack den eingestellten UTC Offset (siehe Optionen | Allgemeine Optionen, Verschiedenes) und rechnet die Zeiten in Lokalzeit um. Damit werden in der Datenbank die (lokal) richtige Zeit gespeichert, (hat man in den Einstellungen einen falschen Offset so ist die gespeicherte Zeit verschoben). Beim Export muss nun diese Zeit wieder in UTC zurückgerechnet werden. Auch hier kann sich, bei falscher Einstellung die Zeit verschieben.

Checkliste

  1. Das Aufzeichnungsintervall ist so einzustellen dass die maximal mögliche Anzahl Trackpunkte für die geplante Flugdauer reicht.
  2. Der Track muss aus dem 'aktiven' Log auf den PC heruntergeladen werden und nicht vom gespeicherten Log.
  3. Bei der Verwendung von Dataloggern ist es von Vorteil, wenn im GPS während der Aufzeichnung das geodätische Datum auf WGS-84 gesetzt ist.
  4. Sicherstellen, dass die Schnittstelle im GPS aktiviert und auf das richtige Protokoll eingestellt ist (z.B GARMIN/GARMIN).
  5. Vor dem Herunterladen, die Einstellungen in Optionen | Allgemeine Optionen, Track Import überprüfen, respektive einstellen.
  6. Ebenfalls sicherstellen, dass in Optionen | Allgemeine Optionen, Verschiedenes der richtige UTC Offset eingestellt ist. Dieser Offset muss wird von Backtrack gespeichert und muss nur bein Wechsel in eine andere Zeitzone oder beim übergang zwischen Sommer und Winterzeit neu gesetzt werden.
  7. Zum Herunterladen das richtige GPS verwenden, dazu muss vorgängig ein GPS definiert werden (Menü GPS | GPS definieren.
  8. SHV Nummer und Fluggerät in Optionen | Allgemeine Optionen, OLC erfassen. Dies muss nur einmal gemacht werden, Backtrack speichert die einmal eingegebenen Werte.
  9. Beim Export alle Parameter überprüfen und gegebenfalls ergänzen.

Weitere Informationen zu den einzelnen Bedinungsschritten finden sich im der Hilfedatei von Backtrack oder auch in der FAQ von Backtrack, respektive auf der SHV Webseite.

Anzahl Trackpunkte
Die verschiedenen GPS Geräte sind für die CCC Dokumentation mehr oder weniger geeignet aufgrund ihrer Aufzeichnungskapazität. Hier ein Vergleich einiger Modelle.

Gerät Punkte
Garmin 45 768
Garmin 12 1024
Garmin eTrex Vista 3000 + (10 * 250)
MLR SP24 Free Flight 7000
RUAG Log-It 32000

Bitte beachten Sie das dies nur ein Kriterium für solche Geräte ist, andere zum Teil sehr relavante Daten (Batterieleistung, Funktionen, Bedienungsfreundlichkeit, Preis etc.) müssen bei einer Kaufentscheidung ebenfalls berücksichtigt werden.


Aufzeichnungs Artifakte
Garmin/Garmin Setup Hier ein Beispiel eines ungenauen Trackanfangs, die gerade Linie deutet darauf hin, dass beim ersten (den ersten) Trackpunkten die Position noch nicht so genau bestimmt war. Deutlich ist der 'richtige' Trackanfang zu erkennen!


Geodädtisches Datum
Koordinaten 'verschieben' sich wenn ein falsches Datum angewandt wird: Richtig Falsch Hier die gleiche Position in Schweizer Koordinaten, einmal mit CH-1903, einmal mit WGS-84.


Anforderungen
Um einen Track für den Schweizer CCC werten zu kömmen sind die Anforderungen minimal: Position und Zeit müssen aufgezeichnet sein, die Höhe ist vorderhand nicht erforderlich. Das Aufzeichnungsintervall sollte unter einer Minute liegen. Ideal wäre hier zwischen 5 und 10 Sekunden.
In Zukunft könnte es sein, dass die Aufzeichnung der Höhe ebenfalls Pflicht wird. Dies ist bei der Neuanschaffung eines Gerätes zu berücksichtigen.

UTC
Das GPS System arbeitet mit der UTC (Universal Coordinated Time) was der Zeit auf dem Null Meridian (England) entspricht. Diese Zeit bleibt das ganze Jahr über konstant, das heisst es gibt keine Sommer und Winterzeit Verschiebung. Mitteleuropa hingegen hat eine Abweichung von einer Stunde (+01:00) respektive zwei Stunden (+02:00) während der Sommerzeit.

Das GPS Gerät zeichnet grundsätzlich die UTC Zeit auf und sendet auch diese Zeit an den PC. Backtrack erlaubt eine Korrektur dieser Zeit während dem Download, dazu muss die UTC Zeitverschiebung richtig definiert werden (siehe 'Optionen | Allgemeine Optionen | Verschiedenes'). Dabei muss beachtet werden, dass diese Definition in Bezug auf die GPS Aufzeichnungszeit und nicht die Downloadzeit gesetzt werden muss. Mit anderen Worten ein Track der in Australien aufgezeichnet wurde, sollte mit dem korrekten UTC Offset von Australien heruntergeladen werden und nicht mit dem Offset von Mitteleuropa, unabhängig davon wo der Download stattfindet.

Die IGC Dateien ihrerseits verwenden wieder die UTC Zeit, dadurch muss beim Erstellen der IGC Datei der Original Offset wieder angegeben werden.

In der Schweiz werden immer die Offsets von einer, im Sommer von zwei Stunden verwendet. Dabei liegen wir hier im Plus Bereich: also +01:00. Konkret heisst das, dass wir eine Stunde vor der UTC Zeit sind, um 8 Uhr in England zeigen unsere Uhren bereits 9 Uhr.

Das Ganze wird für die meisten Leser kaum unbekannt sein, aber wussten Sie dass es Gebiete mit einem Offset von +05:30 oder gar +08:45 gibt? Oder +13:00 ? Der Offset von 13 Stunden kommt im Bereich der Datums Grenze zum Zug. So haben einige Inselgruppen nur eine Stunde Zeitverschiebung gegenüber ihren weiter westlich liegenden Nachbarn, anstelle eines anderen Datums.



Zuletzt Geändert:
4. Juli 2002
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