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| 12. Juni 2003 | Gewitterhaft, Fiesch, Schweiz |
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Start um etwa 11:25 auf dem Kühboden oberhalb Fiesch. Langsam kann ich Höhe machen und einige Minuten später zur Talquerung Richtung Bellwald ansetzen. Die Thermik erweist sich als ausgesprochen angenehm und zuverlässig. Ich kann zum Teil grössere Strecken 'delfinieren'. Allerdings werden auch die Wolken schnell grösser und breiten sich aus. Bis zum Sidelhorn brauche ich nur wenig länger als eine Stunde und setze zusammen mit Urs Nadler zur Querung des Grimsels an. Am Nägelisgrat kann Urs einige Meter vor mir eindrehen, während ich auch den Null Schieber verliere. Ich suche den Grat nach dem Rettenden Schlauch ab und komme schliesslich unter dem Gletscherabbruch des Rohnegletschers an. Damit scheint die Sache gelaufen zu sein, ich fliege zum alten Hotel in Gletch zurück um in einer der Wiesen zu landen. Während ich mich auf die Landung vorbereite, klingelt das Telefon. Ees ist Alfredo. Er bittet mich bei der Rückfahrt seinen Schirm in Fiesch abzuholen und mit nach Hause zu bringen. Wie Alfredo seinen (neuen) Schirm vor dem Hotel Glacier liegen liess ist eine andere Geschichte ;-) Unmittelbar an der Grimselpassstrasse, dort wo sich üblicherweise die Grimselschlange herunterfällt, geths in einem schwachen Schlauch wieder hoch. Ich nutze die Gelegenheit und arbeite mich hoch. Über mir kann ich sehen, dass Urs Nadler es auch noch nicht allzu weit (hoch) geschafft hat. Etwa 150 Meter über dem Grat ist Schluss. Dafür siehts auf den Südseite besser aus. Ich wechsle zur Südseite und kann mich dort noch etwas weiter in die Höhe kämpfen. Eigentlich wollte ich weiter in Richtung Disentis fliegen, doch nach Alfredos Anruf und der Tatsache dass ich nicht überzeugt war noch lange in der Luft zu sein, enschied ich mich soweit wie möglich in Richtung Fiesch zurück zu fliegen. So kämpfe ich mich dem Hang entlang von Krete zu Krete und schaffe es bei der Ulricher Gale wieder an die Basis zu kommen. Hoch über Bellwald entscheide ich noch 'schnell' zur Riederfurka zu fliegen, obwohl es mittlerweile wieder sehr viele Wolken hat. Nachdem ich beim Eggishorn nochmals bis auf 3000 Meter aufgedreht habe, fliege ich fast ohne Höhenverlust unter den dunklen Wolken zur Villa Cassel. Dort angekommen drehe ich um und fliege Richtung Fiesch. Mit der Höhe sollte ich den Landeplatz im Gleitflug erreichen. Allerdings steigt es kontinuierlich. Die schwarzen Wolken über mir werden langsam zur Bedrohung. Ich sollte es eigentlich besser wissen. Ohren rein, Speeder voll durchgetreten, immer noch 2 Meter Steigen. Mir wird das Ganze etwas 'mulmig' und ich fliegen in die Tal mitte raus. Dort treffe ich auf noch mehr Steigen. Steilspirale bis mir fast schlecht wird. Kaum ausgeleitet gehts schon wieder raus. Mein Adrenalinspiegel steigt. Endlich finde ich eine Stelle wo ich mit eingeklappten 'Ohren' und durchgetretenem Speeder etwas Sink habe. Erleichtert lande ich schliesslich in Niederwald. Von Urs höre ich, dass es in der Surselva, einen Notabstieg machen musste, nachdem Ihn eine Wolke mit einem Blitz 'begrüsste'.
Geflogene Distanz : 74 km |
Ein Schirm unter mir bei der Querung des Fieschertals.
Urs Nadler mit seinem Gradient bei der Querung zum Nägelisgrat.
Dunkle Wolken über Fiesch. |
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Zuletzt Geändert:
14. Juni 2003 |
©Softtoys 2003, dz |